Seit Ende 2018 ist die Pillar Page unter SEOlern in aller Munde. Sie wird als Geheimwaffe und Allheilmittel gehandelt und wendet sich von den allumfassenden Texten ab. Gleichzeitig geht es aber weiterhin um ganzheitlichen Content.

Der Begriff Pillar Page stammt aus dem Englischen – Pillar ist dabei die Säule oder der Pfeiler. Im Zusammenhang mit der Funktion der Seite stellt sie eine die Säule dar. Auf die sich alle Informationen stützen. Damit wird sie für uns zu einer Übersichtsseite.

Bislang wurden Texte einfach unter Themengebieten hochgeladen. Sie gehören zu verschiedenen Keyword-Kombinationen und ranken dafür. Damit verschwinden sie irgendwann für den Leser und sind kaum mehr auffindbar.

Der bisherige Content einer Seite

Die Pillar Page hingegen enthält nicht alle Informationen zu einem Thema. Sie bündelt als eine Seite zu einem Themengebiet viele Detailseiten unter sich. Einfach gesagt: Sie ist ein Inhaltsverzeichnis mit einer kurzen Zusammenfassung, das zum jeweiligen Kapitel weiterleitet.

Hierdurch werden sehr komplexe Themen geordnet und unterteilt. Wichtig dabei sind die Hyperlinks, die zum einen von unserer Übersichtsseite auf die Detailseiten führen, die Detailseiten unter sich verknüpfen und dann wieder zurück zur Pillar Page selbst führen. Diese Merkmale grenzen eine Pillar Page von einer holistischen Landingpage oder dem Content-Hub ab.

Struktur einer Pillar Page
Die Struktur einer Pillar Page (PP) mit dem anhängenden Content (C) und deren Zusammenhang (die Linien als Hyperlinks)

Pillar Page vs. Holistischer Landingpage & Content-Hub

Denn im Vergleich zur Pillar Page behandelt eine holistische Landingpage ein Thema ganzheitlich auf einer URL. Aber Vorsicht: der Text muss nicht auf Gedeih und Verderben in die Länge gezogen werden, nur damit jedes kleine bisschen darin vorkommt. Auch hier sollten die Informationen sorgfältig gewählt werden – ein Zauberwort ist „Keywordauswahl“.

Der Content-Hub hingegen stellt die gesamte Marketingaktivitäten im Netz dar. Er ist nicht nur auf ein spezifisches Thema ausgerichtet. Seine Darstellungsformen umfassen sämtliche multimedialen Inhalte wie Text, Ton, Video, etc.

Nun müssen wir also diese drei Arten unterscheiden. Dabei bietet uns jede davon ihre ganz eigenen Vorteile

Welche Vorteile bietet uns eine Pillar Page?

Während eine holistische Landingpage alle Informationen auf einer Seite sammelt und damit zu einem schier endlosen Text mutiert, ist das hier nicht der Fall. Bei einer Pillar Page schneiden wir Informationen lediglich an. Alle anderen detaillierten Informationen lagern wir aus. Dadurch schaffen wir eine interne Navigation, die durch diesen Themenbereich führt und immer wieder zurück zur Pillar Page – unsere Übersichtsseite.

Da sich unsere Übersichtsseite dann mit einem Themenbereich beschäftigt, können wir uns um die Unterseiten kümmern. Hier haben wir dann die Möglichkeiten uns um Longtail-Keywords und Longtail-Suchanfragen zu kümmern. Denn wir können unsere Unterpunkte damit so formulieren, dass sie zu unserem Hauptthema passen und gleichzeitig die wichtigsten Fragen unserer Zielgruppe beantworten.

Und da Fragen immer wieder aufkommen und sogar noch neue hinzukommen, ist unsere Pillar Page nicht einfach abgeschlossen. Sie lebt weiter. Informationen entwickeln sich stets weiter. Egal welches Thema wir für unsere Übersichtsseite wählen, das Themenfeld verändert sich. Es kommen neue Punkte hinzu, bei bestehenden Punkten wird etwas anderes wichtiger oder, oder, oder. Doch das Format lässt es zu, diese Dinge ganz einfach hinzuzufügen. Im Grunde verfassen wir einen neuen Beitrag und fügen ihn in veränderter Form in unsere Pillar Page ein. Hier müssen wir jedoch unbedingt darauf achten, dass wir keinen doppelten Content produzieren.

Während wir uns also die Arbeit erleichtern, machen wir diese auch noch anderen einfacher. Denn Suchmaschinen können unsere Seite durch die gesetzten Links ebenfalls schneller erfassen als zuvor.

Diese Vorteile sind es dann doch Wert, einmal über eine Erstellung nachzudenken. Wie das geht, ist in ein paar Stichpunkten zusammengefasst sogar ganz einfach.

Schritt für Schritt zur eigenen Pillar Page

Bleibt noch die Frage offen: Wie kann ich jetzt selbst eine Pillar Page entwerfen? Im Grunde ist es gar nicht so schwer. Wir haben das in sechs Stichpunkten zusammengefasst. Das ist leichter gesagt als getan. Dieses Seitenformat braucht etwas mehr Planung als andere. Aber nun zum eigentlichen:

1. Existierenden Content sichten

Natürlich müssen wir nicht bei Null anfangen, wir können uns einfach unsere bisherigen Themen anschauen. Anhand dieser Texte können wir entscheiden, ob wir hierzu eine Pillar Page anfertigen können. Falls wir die Seite von Grund auf aufbauen, können wir diesen Punkt selbstverständlich überspringen.

2. Thema wählen

Das will wohl überlegt sein. In erster Linie müssen wir uns an unserer Zielgruppe bzw. unserer Buyer Persona orientieren. Im Anschluss müssen wir darauf achten, dass unser Thema weder zu grob gefasst noch zu tief ist. Denn mit dem Begriff „Social Media“ können wir nicht arbeiten. Erstellen wir nun allerdings zu den einzelnen Social-Media-Kanälen eine Pillar Page – wie „Facebook-Marketing“ – haben wir ein Thema gefunden, dass sich sehr gut eignen würde. Hier bleibt uns genug Raum um viele Detailseiten zu erstellen und nicht zu weitläufig ist.

3. Content-Cluster bilden

Nachdem wir unser Thema gefunden haben, machen wir uns also daran, das Themencluster aufzubauen. Sprich: Unsere Detailseiten auf die wir verlinken. Hierzu bieten sich ein Brainstorming und eine Keywordrecherche an. Was wird am Meisten im Zusammenhang mit unserem Thema gesucht? Welche Fragen kommen dabei auf? Dank der Longtail-Keywords und der Suchanfragen sollten wir viele Stichpunkte und Fragen finden, auf die wir antworten können.

4. Content erstellen

Haben wir auch das Cluster erstellt, können wir uns endlich an den Aufbau der Texte machen. An dieser Stelle müssen wir auf den doppelten Content achten. Unsere Übersichtsseite muss die einzelnen Detailseiten anschneiden, ohne viel davon preiszugeben, aber trotzdem so viel, dass die Leser auf den Link klicken wollen. Das bringt uns zum nächsten Schritt.

5. Links – Links – Links

Das Wichtigste daran dürfen wir natürlich nicht vergessen! Unsere Links, die von der Pillar Page zu den Detailseiten führen und von den Detailseiten auf die Pillar Page. Wenn wir es nun noch schaffen auch zwischen den einzelnen Detailseiten Links zu setzen, wäre es perfekt und wir haben eine zusätzliche Navigation. Unsere Links können wir mitten in den Text setzen, unter dem Stichpunkt „Weiterführende Links“ am Ende des Textes oder als Call-to-Actions.

6. Auf dem neuesten Stand bleiben

Nehmen wir unser Beispiel aus dem ersten Punkt: „Facebook-Marketing“. Die Social-Media-Plattform entwickelt sich stetig weiter, sie bietet neue Möglichkeiten Informationen weiter zu verbreiten oder bisherige Bereiche verändern sich. Dadurch gibt es immer wieder neue Updates, die wir unbedingt auch auf unseren Seiten auf neuestem Stand haben sollten.
Kommen für uns neue Gedanken hinzu, die einen eigenen Beitrag verdienen, fertigen wir diesen ganz einfach an. Anschließend fügen wir den neuen Aspekt in unsere Pillar Page ein (kann auch anders herum geschehen) und fertig.

Haben wir nur kleine Änderungen innerhalb eines Beitrags, fügen wir diese ohne großen Aufwand ein. Allerdings müssen wir hier unsere Übersichtsseite beachten und überprüfen, ob wir auch dort etwas zu ändern haben.

Halten wir so unsere Seite auf dem neuesten Stand, erfüllen wir auch einen Punkt, der sich positiv auf die Suchmaschinen auswirkt. Wir müssen an sich unsere Seite auf dem aktuellen Stand halten und sollten Änderungen auch an bestehenden Texten, die nicht zu einer Pillar Page gehören vornehmen. Trotzdem erwähne ich es an dieser Stelle gerne noch einmal. Suchmaschinen achten darauf, ob wir auch älteren Content aktualisieren und uns damit beschäftigen!

Best practice

Damit sollten wir eine funktionierende Pillar Page erstellen können. Für alle anderen hat Michael Fenske auf Hoppe7 einige Beispiele zusammengetragen, wie eine gelungene Pillar Page aussehen kann. Damit sollte es nun wirklich gar nicht mehr so schwer sein!